#1 Ratssitzung am 13.12.2017, TOP 23: Schlachthof von Trauten 07.12.2017 15:58

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TOP 23: Schlachthof

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,wir beantragen,der Rat beschließt als Prüfauftrag an die Verwaltung,

1.Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, mit welchen geeigneten Maßnahmen in Abstimmung mit dem Tierschutzverein Groß-Essen e.V. die Kontrolle des Essener Schlachthofes im Sinne des Tierschutzes verbessert werden kann.

2.Dabei sollte die Prüfung insbesondere folgende Aspekte beinhalten: -die Verschärfung der Kontrolle durch das Vorschreiben einer verbind-lichen und durchgehenden Videoüberwachung, die das Entladen der Tiere und sämtliche Stationen bis hin zur Betäubung und Schlachtung dokumentiert,-die Hinzuziehung eines unabhängiges Kontrollorgans, dem regelmäßig Zugang zu den Überwachungs-Videobändern gestattet wird zu stich-probenartig Kontrollen, -die Erhöhung der Zahl der Kontrollen der fachgerechten Betäubung und Tötung der Schlachthoftiere durch die Amtstierärztin/den Amtstierarzt entlang der Empfehlung des unter Ziff.2 genannten unabhängi-gen Kontrollorgans.

-­2-­Sachverhaltsdarstellung

Nach Einschätzung des NRW-Umweltministeriums sowie des Landestierschutzverbandes Nordrhein-Westfalen ist knapp ein Drittel der Bolzenschüsse allein bei zur Schlachtung vorgeführter Rinder in Schlachthöfen fehlerhaft und unwirksam. Dies bedeutet, dass lebende Tiere dem Schlachtvorgang zugeführt werden, oder wie die Albert-Schweitzer-Stiftung formuliert, Tiere sind „noch bei Bewusstsein, wenn sie in die Schlachtung gelangen“. Betroffen sind davon allein in NRW geschätzt über 200.000 Tiere jährlich.
Diese Zahl wurde seitens des Landestierschutzverbandes hochgerechnet aus der Zahl kontrollierter Schädel von Schlachttieren. Kontrolliert wurde dabei, ob die Schädel tatsächlich ein vollständiges Schädelloch durch final und damit tödlich durchgeführten Bolzenschuss aufwiesen. Begründung Dieser Zustand ist unter Tierschutzaspekten unhaltbar.

Tiere sind fühlende Mitkreaturen. Solange aufgrund des faktischen, wenn auch für Umwelt und Menschengesundheit schädlichen großen Umfangs des Fleischkonsums in dieser Gesellschaft der Betrieb von Schlachthöfen mit Massentierschlachtungen aufrechterhalten bleibt, sind die B-treiberInnen von Schlachthöfen in einer entsprechenden besonderen Verantwortung. Mit einer Verstärkung der Überwachungen wird dem Tierschutz gedient, es wird die Möglichkeit geschaffen, Fehlerquellen im ‚Schlachtungs-und Tötungsprocedere’ zu-lasten der Tiere zu beseitigen.

Die Vorstellung geduldeter oder auch nur fahrlässig hingenommener Lebendschlachtungen von Tieren (d.h. der Schlachtvorgang mit schmerzvollsten körperlichen Eingrifen beginnt, während das Tier noch bei Bewusstsein ist, und damit schlimmste Qualen und Todesangst erleidet) wird für jede/jeden unerträglich sein.


Dr. Elisabeth van Heesch-­Orgass Marco Trauten

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